Königsschlaf Apartment 8 — hallway with gold cube lights

Konstanz, Deutschland · 2012–2018

Königsschlaf
Konstanz

Leistung Komplettes Konzept & Ausstattung
Bereiche 9 Ferienwohnungen
Gebäude Gründerzeit-Stadthaus von 1916
Auszeichnung Best of Interior 2019 · Callwey

Das Projekt

Neun Wohnungen. Sechs Jahre. Ein Kunde, der dreimal wiederkam.

2012 betrat Michael König Ute Günthers Restaurierungsatelier – das sie „Ute Günther wachgeküsst" genannt hatte – in der Konstanzer Niederburg. Er suchte keine Innenarchitektin, sondern kam durch ihre gemeinsame Verbindung zu Bayreuth mit ihr ins Gespräch. Er erzählte von einem Gebäude in der Konstanzer Innenstadt. Sieben Ferienwohnungen waren gerade im Ausbau. Die Möbel seiner Großeltern standen im Keller. Ob sie ein paar Stücke restaurieren könne, damit sie nicht in Vergessenheit gerieten?

Sie bot mehr an: Grundrissanalyse, auf maximale Schlafkapazität optimierte Layouts, maßgefertigte Einbauten, Lichtkonzepte und die komplette Ausstattung. Er sagte zu. Die sieben Wohnungen eröffneten im Frühjahr 2013 – jede anders, jede vollständig von Ute Günther ausgestattet und eingerichtet. Die restaurierten Möbel fanden ihren Platz in Räumen, die eigens um sie herum entworfen wurden.

Die ersten sieben waren ein Erfolg. Gäste kamen wieder. Auch Michael König kam wieder – zunächst mit der Bitte um Hilfe bei seinem privaten Familienhaus in Allensbach, dann erneut, als ein chinesisches Restaurant im ersten Stock auszog. Zwei weitere Wohnungen. Ein Grundriss, der auf dem Papier unmöglich wirkte.

Leistungsumfang — Raumkonzept · Grundrissoptimierung · Entwurfs- und Werkzeichnungen für Einbaumöbel · Komplette Ausstattung · Bauüberwachung · Montage
Schreiner — Andreas Löchle, Tengen
Fotografie (alle Nachher-Aufnahmen) — Christian Burmester

9

Ferienwohnungen
individuell konzipiert

6

Jahre kontinuierlicher
Zusammenarbeit

7

Schlafplätze in
Wohnung 8 · 74 m²

1916

Gründerzeit-Stadthaus ·
Historische Bausubstanz im gesamten Haus

Es begann mit Möbeln, nicht mit Architektur.

Ute Günther hatte sich 2012 nach mehr als zwei Jahrzehnten bewusst aus der Innenarchitektur zurückgezogen – nach Stationen bei Gensler in San Francisco, Clodagh Design in New York und Backen Gillam in Sausalito. In der Konstanzer Niederburg eröffnete sie ein kleines Restaurierungsatelier und suchte Vintage-Möbel sowie Leuchten in Brocki-Shops – gemeinnützigen Secondhand-Läden – auf der Schweizer Seite der Grenze. Möbel mit guter Substanz. Handwerkskunst, verborgen unter jahrzehntelanger Vernachlässigung. Sie lackierte, nähte Bezüge für Lampenschirme und Wurfkissen, strickte, häkelte, ließ aufpolstern – und gab den Möbeln ein neues Leben. Sie nannte es wachgeküsst.

Als Michael König sie besuchte, arbeitete er an sieben Ferienwohnungen in einem Gebäude von 1916 in der Konstanzer Innenstadt. Die Möbel seiner Großeltern standen im Keller. Aus dem Gespräch wurde schnell etwas Größeres: eine vollständige Grundrissanalyse, neu gedachte Layouts für möglichst viele Schlafplätze, maßgefertigte Einbauten für kleine Räume, ein komplettes Lichtkonzept und die komplette Ausstattung – vom Konzept bis zur Lieferung.

Das war der Beginn einer sechsjährigen Zusammenarbeit – und der Beweis, dass sie die Anforderungen erfolgreicher Ferienapartments besser verstand als die meisten: den Wert jedes Quadratmeters zu maximieren, eine einladende Atmosphäre zu schaffen und konsequent aus Sicht der Gäste zu denken.

Ute Günther wachgeküsst studio, Konstanz, 2012

Ute Günthers wachgeküsst-Atelier, Konstanz, 2012 – Restaurierung von Secondhand-Möbeln aus Brocki-Shops jenseits der Schweizer Grenze. Hier begann die Zusammenarbeit mit Königsschlaf.

Apartment 7 — sleeping loft above the living area

Wohnung 7 – Schlafempore über dem Wohnbereich, erreichbar über eine Holzleiter. Die Empore schafft einen zusätzlichen Schlafplatz, ohne Grundfläche zu beanspruchen. Fotografie: Christian Burmester.

Apartment 1 — pull-out table extended from custom built-in
Apartment 4 — living room with wire pendants and lake artwork

Links: Wohnung 1 – ein ausziehbarer Tisch, integriert in die maßgefertigte Küchenzeile. Geschlossen ist er Teil der Küche – kein sichtbarer Hinweis auf einen Esstisch. Ausgezogen bietet er Platz für vier Personen. Rechts: Wohnung 4 – Drahtpendelleuchten und eine Bodensee-Fotografie prägen die Atmosphäre. Fotografie: Christian Burmester.

Apartment 4 — kitchen with custom cabinetry and mirror
Apartment 6 — bathroom with skylight and encaustic floor tile

Links: Wohnung 4 – die Küche wurde maßgefertigt. Ein Spiegel hinter dem Esstisch verdoppelt die wahrgenommene Raumtiefe. Rechts: Wohnung 6 – Dachgeschossbad mit Dachflächenfenster und floralem Fliesenboden. Fotografie: Christian Burmester.

„Jede Wohnung musste sich ihre Schlafplätze verdienen. Der ausziehbare Tisch, die Empore, die Schlafcouch – das sind keine dekorativen Entscheidungen. So bietet eine 40-m²-Wohnung vier Personen bequem Platz und kann entsprechend höher vermietet werden."

— Ute Günther

2016

Phase Zwei · Wohnung 8 (gezeigt) und Wohnung 9

Eine Fensterwand. Kein Licht dahinter.

Als das chinesische Restaurant im ersten Stock auszog, kam Michael König mit einer neuen Aufgabe zurück. Der Grundriss war noch anspruchsvoller als die Vorhergehenden. Nur die Vorderfront verfügte über Fenster. Die hinteren Räume hatten kein Tageslicht. Die Bauvorschriften untersagten geschlossene Räume ohne natürliche Belüftung. Die Gesamtfläche: 74 m². Das Ziel: sieben Schlafplätze.

Apartment 8 before — raw shell looking toward window wall
Apartment 8 before — stripped wall with layout sketches. The opening will become the sleeping nook.

Vorher: Der entkernte Rohbau des ehemaligen Restaurants. Die historische Fensterwand war die einzige Quelle natürlichen Lichts; der hintere Bereich des Grundrisses blieb ohne Tageslicht. Rechts: Layout-Skizzen, direkt während des Entwurfsprozesses auf die Putzwand gezeichnet. Die quadratische Öffnung wird später zur Schlafkoje.

Apartment 8 — before floor plan showing raw shell

Vorher – Gesamtgrundriss: Der Rohbau der gesamten Etage, vorgesehen für zwei neue Wohnungen sowie einen Büro- und Lagerbereich.

Apartment 8 — after floor plan showing final layout

Nachher: Der lange Flur – die größte Herausforderung des Grundrisses – wurde mit einer Abfolge blattgoldener Wandleuchten, einem Schreibtisch aus Eiche und raumteilenden Kleiderschränken mit rahmenlosen Glasaufsätzen gegliedert. Am Ende öffnet sich der Wohnraum mit seinen raumhohen Fenstern. Fotografie: Christian Burmester.

Apartment 8 — hallway with mirror and striped bench cushions
Apartment 8 — sleeping nook above the entrance staircase

Links: Der Spiegel am Ende des Flurs reflektiert dessen gesamte Länge und das Licht der Fensterwand. So entsteht zusätzliche räumliche Tiefe. Rechts: Die Schlafkoje über der Eingangstreppe – aus ungenutztem Luftraum entwickelt, erreichbar über eine Eisenleiter und mit einem Vorhang abschirmbar. Eine Hommage an Segelboot-Kabinen. Fotografie: Christian Burmester.

Apartment 8 — living room with black steel window wall
Apartment 8 — bathroom with encaustic tile and double oak vanity

Links: Der Wohnraum – die schwarzen Stahlfenster wurden im Zuge der Fassadensanierung von einem Konstanzer Architekten neu entworfen. Ute Günthers Innenraumkonzept baute darauf auf und führte deren Materialsprache – schwarzer Stahl und warme Textilien – konsequent durch die gesamte Wohnung weiter. Rechts: Das Bad – Zementfliesen mit Würfelmuster, Waschtisch aus Eiche mit Doppelbecken und Messing-Wandleuchten. Fotografie: Christian Burmester.

Auszeichnung

Best of Interior 2019
Callwey, München

Wohnung 8 wurde für Best of Interior 2019 von Callwey ausgewählt – als eines der 30 schönsten Wohnkonzepte Deutschlands des Jahres. Die sechsseitige Reportage „Das Schatzkästchen" widmete sich der Lichtstrategie und der räumlichen Intelligenz des Grundrisses.

Best of Interior 2019 — Callwey book cover
Best of Interior 2019 — interior spread with floor plan and portrait
Best of Interior 2019 — Das Schatzkästchen opening spread
Best of Interior 2019 — interior pages spread

„Gut gestaltet, mit Liebe zum Detail und zu den Materialien. Nichts ist ‚irgendwie' – alles ist durchdacht und mit Sorgfalt und Zuneigung umgesetzt. Und mit Geschmack."

— Diez & Brigitte Mailänder · aus einem Brief an Michael König

„Der Kunde kam dreimal wieder.
Das ist die einzige Bewertung, die zählt."

Ute Günther Spaces

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